Herzlich Willkommen in meinem Näh-Blog!

 

Ich habe ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie man einen solchen Blog beginnt. Aber jetzt ist mein coldewerk schon ein halbes Jahr alt, und da fand es an der Zeit, meinen nächsten Schweinehund anzugehen und einen Blog zu starten.

 

Herzlichen Glückwunsch zum ersten halben Geburtstag!

 

Aber wer hätte gedacht, dass das erste halbe Jahr so verläuft? Natürlich schreibt man einen Business-Plan, zieht Experten zu Raten und plant und rechnet, bevor man ein Geschäft eröffnet. Genau das habe ich für mein coldewerk auch gemacht. Bei der Erstellung des Business-Plans war mir eine Unternehmensberatung, concivitas consult, hilfreich zur Seite. Es wurden viele Bankengespräche geführt. Das richtige Ladenlokal hatte ich schon früh im Auge, schließlich beherbergte es früher meinen Lieblings Buch- und Spieleladen, „Wortspiel“. Von der theoretischen Seite war das coldewerk schnell durchgerechnet und geplant und schien erfolgsversprechend.

 

Herzlichen Dank für den Anstoß!

 

Vor dieser  sachlichen Umsetzung stand der erste Anstoß, das coldewerk überhaupt anzugehen – den Traum zu wagen. Mein Mann Uwe ist schon immer gerne und interessiert im Urlaub mit mir in Stoffläden gegangen. Besonders die letzten haben bei uns bleibende Eindrücke hinterlassen, am meistens ein super netter Laden in Kufstein: „Dreams“. Wobei unser Interesse in den Stoffläden unterschiedlich gelagert war. Ich stürzte mich auf die Stoffe in den Regalen und Auslagen und mein Mann begutachtete Regale und Auslagen selbst, schließlich ist das sein Job als „Erfinder von Ladeninnenausbauten“. Nach jedemBesuch analysierten wir, mit unterschiedlichem Schwerpunkt, was uns in den jeweiligen Läden am besten gefallen hat. Also wusste mein Mann schon sehr gut, wovon er sprach, als er mir vorschlug, meinen eigenen Stoffladen zu eröffnen.

 

 

Herz und Nieren

 

Also wurde die Idee geboren, auf Herz und Nieren getestet und im Januar 2020 wurde eröffnet. Natürlich lief nicht alles rund, die meisten Stoffe kamen erst zwei Tage vor der Eröffnung, aber am Eröffnungstag war alles schön… Das heisst, ich kann mich an nix mehr erinnern! Ich fühlte mich von einem riesigen Partyzug überrollt, es war ein irres Gefühl! Ich bin meinen vielen Helfern und auch den netten Kunden der ersten Stunde bis heute so endlos dankbar für die Unterstützung, Blumen, Schokolade und Mut machenden Worte.

 

Herzileien

 

Eine Helferin der ersten Stunde war Lisa, vielen bekannt als LaLilly. Aus der Helferin wurde meine erste Angestellte. Ursprünglich sollte sie Nähkurse geben und mir etwas bei meiner Web-Seite helfen. Dann, gerade einmal zwei Wochen nach ihrem ersten Tag, kamen Corona und der Lockdown. Eine Pandemie und damit die vorübergehende Schließung des Coldewerks für den Kundenverkehr waren in keinem meiner Businesspläne als Szenario vorgesehen und ich dachte mir nur: "Was war das nur für eine blöde Idee mit dem Laden!" Dank Lisa stand bald meine Web-Seite und ich stieg groß in die Blabla-Story (jeden Morgen auf Instagram, @coldewerk) ein (Lisa: "Das ist wie Tupperparty, nur ohne Zuschauer…"). Mit Hilfe von Instagram und Facebook stellte ich täglich meine Stoffe vor, abends radelte ich durch Wunstorf und verteilte bestellte Stoffe oder brachte Pakete mit Bestellungen zur Post, wenn der Weg für mein Hollandrad zu weit schien.

 

Herzkaspar

Als ich dann die Ladentüre wieder öffnen durfte, bekam ich fast einen Herzkaspar. Die Schlange draußen reichte fast die ganze Fußgängerzone hoch und alle Welt kaufte Stoffe und Gummibänder für Masken. Was für ein Hype! Es wurde Zeit für eine weitere Kraft und Nadine kam zum Team. Ab Anfang Mai durften auch endlich wieder Nähkurse stattfinden. Wegen der großen Nachfrage verstärkte ab August dann Susanne das kleine Team des coldewerks um mit ihr kreatives Fachwissen in weitern Kursen an Mann und Frau zu bringen.

 

Herzensprojekte

Mit „Näh was Du willst“ mit Lisa fing es an, Susanne lieferte mit „Näh Dein Ding“ die Erweiterung und Nadines „Näh-Kids“ runden die Kurs Welt im coldewerk ab, Kurse, die alle das eine Ziel haben: Nähträume wahr werden zu lassen und euch bei der Umsetzung von euren Herzensprojekten beizustehen und fachkundig bei der Realisierung zu unterstützen.

 

 

Herzblut

Und so feierte mein coldewerk nun seinen ersten halben Geburstag nach seinem ersten halben Jahr, mit dem so nicht zu rechnen war. Trotz Corona war es aber eine wundervolle Zeit, mit wundervollen Stoffen, einmaligen Geschichten und den nettesten Besuchern in meinem coldewerk, die man sich nur wünschen kann. Meine Tochter hat irgendwann beschlossen, dass Kunden Besucher sind. Und Besucher sind Gäste und Gästen wünscht man, dass sie sich zu Hause fühlen. Ich glaube, dass ich mit dem coldewerk einen Stoffladen eröffnet habe, in dem sich jeder Nähbegeisterte zu Hause und gut aufgehoben fühlt. Ich bin gespannt, wo die Reise meines coldewerks noch hingeht. Wir planen noch viel.

 

Herzlichen Dank, dass ihr dabei seid!

 

Eure Anja