Strickstoffe verarbeiten – so geht's

 

Vor allem in Herbst und Winter bekomme ich jedes Jahr wieder wahnsinnige Lust mir warme kuschelige Kleidungsstücke zu nähen. Und ich finde es gibt nichts kuscheligeres als Strickstoff! Erhältlich sind sie in unterschiedlichster Weise. Zum Beispiel ganz dicke mit rustikalen Zopfmustern, Grobstrick, Feinstrick, angerauht, aus Baumwolle oder Wolle. Sehr gerne verarbeite ich hier die Strickstoffe von Iltex. Denn sie haben nicht nur eine riesige Auswahl, sondern halten sich auch seit Jahrzehnten an den Ökotex Standart 100.

 

 

Vorbereitung zur Verarbeitung gestrickter Stoffe

Bei der Verarbeitung von Strickstoffen ist auf Grund ihrer Beschaffenheit  einiges zu beachten! Du solltest bereits beim Kauf daran denken, dass Strickstoffe bis zu 30 % einzulaufen können! Daher ist es sehr wichtig, bevor es nun richtig los gehen kann, den Stoff vorzuwaschen. Durch vorwaschen kannst verhindern, das dein fertiges Kleidungsstück einläuft und dann nicht mehr passt!

Versäubere zunächst alle Schnittkanten, damit der Stoff nicht aufribbelt. Wasche ihn im Woll- oder Feinwaschprogramm bei 30 Grad, niedriger Schleuderzahl und mit Wollwaschmittel. Ziehe deinen Strickstoff nach dem Waschen etwas in Form und trockne ihn im Liegen. Geschafft! Jetzt kann es richtig los gehen!

 

 



Strickstoffe zuschneiden

Achte beim Zuschnitt unbedingt darauf, das der gesamte Stoff glatt und ohne Spannung auf dem Tisch liegt, sonst verzieht er sich! Ist der Tisch nicht gross genug, ist der Fussboden eine gute Alternative. Sonst kann das gewicht des über die Tischkante hängenden Stoffs den Stoff verziehen!

 

Sicher bist du gewöhnt, Schnittmuster für den Zuschnitt auf dem Stoff festzustecken. Das ist bei Strickstoffen nicht ratsam, weil es sehr warscheinlich ist das man den Stoff dabei verschiebt. Nutze statt dessen Stoffgewichte um die Schnittmusterteile auf dem Stoff zu beschweren. Diese kannst du kaufen, oder selbst machen, z.B. aus Reissäckchen oder Unterlegscheiben. Aus dem selben Grund sollte man Strickstoff nicht mit einer Schehre zuschneiden, sondern auf einen Rollschneider mit einer passenden Schneidematte zurück greifen. Um den Zuschnitt zu vereinfachen, kannst du den Stoff mit Sprühstärke vorbehandeln. Diese wäscht sich dann bei der ersten Wäsche wieder heraus.

 

Hast du einen dicken Strickstoff solltest du eine grosszügige Nahtzugabe wählen. So stellst du sicher, dass die Naht weit genug von der Schnittkante entfernt verläuft, und somit stabile Maschen greifen kann. Zu knapp vernähte Kanten können auf Grund der Maschenstruktur leicht ausreißen.

 

Strickstoffe nähen

 

Bevor du nun dein Kleidungsstück zusammen nähst, nimm dir die Zeit und teste verschiedene Einstellungen beim Nähfussdruck und Stichvarianten aus. Eine große Stichweite und ein geringer Nähfussdruck sorgen für einen gleichmässigen Transport des Stoffes. Achte darauf, den Stoff beim Nähen nicht zu dehnen. Ein Obertransportfuss erleichtert dir die Verarbeitung, da er den gleichmäßigen Transport mehrer dicker Lagen erleichtert. Hast du die passende Einstellung gefunden, werden als erstes alle Schnittkanen versäubert.

Um den Strickstoff nicht mit scharfen, spitzen Nadeln zu verletzten, setze eine Nadel mit Ball-Point-Spitze der Stärke 70 bis 80 ein, wenn du Strickstoffe verarbeitest. Besonders gut eignet sich hierfür die Super Stretch Nadel.

Zum Anzeichen empfehle ich dir den Prym Trickmarker. Die Farbe verschwindet von selbst, spätestens jedoch unter Einfluss von Hitze. Vermeide es unbedingt Markierungen durch einschnitte in der Nahtzugabe zu setzen- die Strickstoffe haben das große Risiko an diesen Markierungen Laufmaschen zu bilden, die du dann mühevoll wieder einfangen musst.

 

Die besten Tricks zum Schluss:

 

An den Schulternähten sollte ein Nahtband mitverarbeitet werden. Das hilft auf Dauer die Naht in Form zu halten, sodass der Stoff nicht durch sein eigenes Gewicht die Form verliert. Wasche dein fertiges Kleidungsstück immer so, wie du den Stoff vorgewaschen hast, also mit einem geeigneten Waschmittel und einer geringen Schleuderzahl. Zum Trocknen legst du dein Kleidungsstück am besten hin, damit es sich nicht durch das Gewicht des feuchten Stoffes dehnt. Da jede Wäsche eine Belastung für den Stoff ist, hast du besonders lange etwas von deinem Kleidungsstück, wenn du es gelegentlich auf einem Bügel zum Lüften nach draußen hängst, statt es zu waschen!

Bügeln solltest du deinen Strickstoff nur ganz vorsichtig bei wenig Hitze. Lege zwischen Stoff und Eisen ein feuchtes Baumwolltuch, damit du die Fasern nicht verletzt oder platt drückst.

Los geht's! Jetzt wo du keine Angst mehr vor der Verabeitung von Strickstoffen haben musst, schau dich gern einmal in unserem Shop um, welche Strickstoffe wir momentan im Sortiment haben!

 

Wenn du doch noch kleine Unsicherheiten verspührst oder dir Anleitung und Beratung wünschst, freuen wir uns, dich in einem unserer Nähkurse oder Nähworkshops begrüßen zu dürfen! Hier findes du unser aktuelles Kursporgramm!