Vor allem in Herbst und Winter bekomme ich jedes Jahr wieder wahnsinnige Lust mir warme kuschelige Kleidungsstücke zu nähen. Und ich finde es gibt nichts kuscheligeres als Strickstoff. Erhältlich sind sie in unterschiedlichster Weise. Zum Beispiel ganz dicke mit rustikalen Zopfmustern, Grobstrick, Feinstrick, angerauht, aus Baumwolle oder Wolle. Sehr gerne verarbeite ich hier die Strickstoffe von Iltex. Denn sie haben nicht nur eine riesige Auswahl, sondern halten sich auch seit Jahrzehnten an den Ökotex Standart 100. Bei der Verarbeitung ist auf Grund der Beschaffenheit allerdings einiges zu beachten. Du solltest bereits beim kauf beachten das Strickstoff dazu neigt bis zu 30 % einzulaufen. Bevor es nun richtig los gehen kann solltest du deinen Strickstoff waschen um zu verhindern das dein fertiges Kleidungsstück einläuft und dann nicht mehr passt. Versäubere zunächst alle Schnittkanten, damit der Stoff nicht aufribbelt. Wasche ihn im Woll- oder Feinwaschprogramm bei 30 Grad, niedriger Umdrehung und mit Wollwaschmittel. Danach solltest du deinen Strickstoff ggf. etwas in Form ziehen und ihn im Liegen trocknen. Geschafft, endlich kann es los gehen. Beim Zuschnitt achte unbedingt darauf, das der gesamte Stoff glatt und ohne Spannung auf dem Tisch liegt, sonst verzieht er sich. Ist der Tisch nicht gross genug, ist der Fussboden eine gute Alternative. Den Schnitt auf den Stoff feststecken ist ebenfalls nicht ratsam, weil es sehr warscheinlich ist das man den Stoff verschiebt. Nutze statt dessen Beschwehrer. Diese kann man Kaufen, oder selbst machen, z.B. aus Reissäckchen oder Unterlegscheiben. Aus dem selben Grund sollte man Strickstoff nicht mit einer Schehre zuschneiden, sondern auf einen Rollschneider mit einer passenden Schneidematte zurück greifen. Um dies zu vereinfachen kann man den Stoff mit Sprühstärke vorbehandeln. Diese wäscht sich dann bei der ersten Wäsche wieder heraus. Hast du einen dicken Strickstoff solltest du eine grosszügige Nahtzugabe wählen. Bevor du nun dein Kleidungsstück zusammen nähst, nimm dir die Zeit und teste verschiedene Einstellungen beim Nähfussdruck und Stichvarianten aus. Eine Grosse Stichweite und ein geringer Nähfussdruck sorgen für einen gleichmässigen Transport des Stoffes. Ganz wichtig ist es den Stoff nicht unnötig zu dehnen. Ein Obertransportfuss erleichtert dir die Verarbeitung. Hast du ein gutes Ergebnis sollten zu nächst wieder alle Schnittkanen versäubert werden. Um den Strickstoff mit schrafen, spitzen Nadeln nicht zu verletzten sollte eine sogenannte Ball-Point-Nadel der Stärke 70 bis 80 für Strickstoffe benutzt werden. Eine Super Stretch Nadel eignet sich hier am besten. Zum Anzeichen empfehle ich dir den Prym Trickmarker. Die Farbe verschwindet von selbst, spätestens jedoch unenter Einfluss von Hitze. An den Schulternähten sollte ien Nahtband mitverarbeitet werden. Das hilft auf Dauer die Naht in Form zu halten. Bügeln solltest du deinen Strickstoff nur ganz vorsichtig bei wenig Hitze. Lege zwischen Stoff und Eisen ein feuchtes Baumwolltuch, damit du die Fasern nicht verletzt oder platt drückst.